Oberlin-Lesezirkel

geöffnetes Buch
Foto von Kaddele bei Flickr

Eine Lesung des thüringischen Schriftstellers Walter Werner am 15. März 1992 aus seinem Gedicht­band „Tautreten unterm Regen-bogen“ motivierte Pfarrer Dirk Römer, den Lesezirkel „Literatur und Religion“ ins Leben zu rufen. Seitdem treffen sich literaturbe­geisterte Heppen­heimer etwa einmal im Monat, um über in der Zwischenzeit gelesene Bücher zu reden und  einzelne Abschnitte laut vorzulesen, um den Klang der Sprache wahrzunehmen.

Die Auswahl der Bücher trifft die Gruppe. Dabei spielt eine ent­scheidende Rolle, dass die Bücher nicht teuer oder aber in einer Bibliothek ausleihbar sein sollten. Inzwischen sind über 222 meist zeitgenössische Werke aus allen Erdteilen gelesen und besprochen worden, wobei das Schwergewicht eindeutig auf der mitteleuropäischen Literatur lag. Sicher war für einige der Mitglieder erstaunlich, in wie vielen Romanen eine religiöse Komponente zu entdecken ist. Dabei wird versucht, aktuelle Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt zu würdigen, d.h. preisgünstige Taschenbücher. Romane und Biografien sind im Blick,
die von Mal zu Mal zu Hause gelesen und anschließend gemeinsam im Oberlin-Haus besprochen werden. Der vierwöchige Rhythmus, montags von 17 Uhr  bis 19 Uhr, hat sich bewährt.

In unserem Oberlin-Lesezirkel tauschen wir uns zuerst aus, was wir über den oder die Autorin wissen. Dann nennt jeder seinen Leseeindruck: also, wie ist es mir beim Lesen ergangen? Diese Phase geht über in das Gespräch über Formen und Inhalte des Buches. Nach etwa einer Stunde wechseln wir in das Vorlesen längerer Abschnitte, um unseren anfänglichen Eindruck zu überprüfen oder uns intensiv einzelnen Fragestellungen widmen zu können.

Die Gruppe umfasst gegenwärtig etwa 15 – 20 Frauen und Männer, die mit einer großen Kontinuität die Bücher lesen und gemeinsam besprechen. Zu den Autoren und Autorinnen gehörten nicht nur die Literatur-Nobelpreisträger des jeweiligen Jahres wie Elfriede Jelinek (2004) oder die Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels wie Orhan Pamuk (2005), sondern auch „Unbekannte“ aus europäischen Nachbarländern, beziehungsweise Afrika, Asien und Lateinamerika.

Die Lesediskussionen finden jeweils montags um 17 Uhr im Oberlin-Haus der Evangelischen Heilig-Geist-Kirchengemeinde in Heppenheim statt, sind kostenfrei und für Interessierte offen. Aktuelle Termine entnehmen Sie bitte unserer Heilig-Geist-Zeit oder der Tagespresse.